Samstag, 25 Nov 2017
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Epilepsie beim Hund PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Thomas Went   

Woran erkenne ich eine Epilepsie bei meinem Hund

und was muß man beachten?

Hier finden Sie alle Informationen zu dieser unheilbaren Erkrankung: Symptome - Verlauf - Therapie

 

 

 

Symptome - Krankheitsbeschreibung

Der Hund wird ganz steif, fällt um oder legt sich hin und liegt auf der Seite, zuckt oder krampft mit den Beinen und / oder im Kopfbereich, sabbert, läßt unter sich, erbricht, atmet eine Zeitlang im Erregungszustand nicht oder deutlich weniger, ist nicht ansprechbar und hat einen starren Blick ... und das über ein paar Sekunden bis viele Minuten (oder es hört gar nicht auf).

 

Für den Tierbesitzer, der dies noch nie erlebt hat ist es ein regelrechter Schock und entsprechend aufgeregt und panisch geht der Anruf beim Tierarzt ein. Bei leichten sprich kurzen Anfällen wird der Hund ins Auto gepackt und der Besitzer rast zum Tierarzt. Dort angekommen läuft der Hund, der sich derweil im Kofferraum von seinem Anfall erholt hat zum Erstaunen von Herrchen und Frauchen schwanzwedelnd in die Praxis und erscheint völlig unauffällig. Zumindest kommt dies immer wieder vor. Es geht aber leider auch anders...

 

Epilepsie ist ein zentrales Anfallsleiden. Und Störungen im Gehirn sind schwer näher zu diagnostizieren. Natürlich kommen bei zentralen sprich nervalen Erkrankungen im Gehirn auch andere Krankheiten in Frage, infektiöse Krankheiten, Vergiftungen, genetische oder traumatische Ursachen. Das einzige, was die Epilepsie (also die idiopathische Epilepsie) ausmacht ist das schnelle verschwinden der heftigen Symptome. Bis auf eine psychische Verarbeitung (das Verarbeiten der Situation) und der Erholung nach dieser starken körperlichen Belastung ist dem Tier nichts mehr anzusehen, nichts krankes zu messen, zu hören oder zu fühlen.

 

Verlauf von Epilepsien über längere Zeit betrachtet

Epilepsien in der klassischen Verlaufsform werden von der Anfallshäufigkeit in immer kürzer werdenden Abständen auftreten. Die einzelnen Anfälle dagegen dauern immer länger.

Besonders bei jungen Tieren kann dies dazu führen, daß ein Hund bevor er

Wenn ein Hund im Alter Epilepsien entwickelt kann davon ausgegangen werden, daß die Epilepsie nie Grund für eine Euthanasie werden muß.

 

Auslösender Faktor für die Krankheit

unbekannt

Diagnostik ob der Hund epilepsiegefährdet ist

gibts nicht

Heilung

nicht möglich

 

Wie und wann behandeln?

Zunächst einmal muß durch den behandelnden Tierarzt sichergestellt sein, daß es sich hierbei tatsächlich um eine Epilepsie handelt!

Die Symptome in Verbindung mit dem Krankheitsverlauf sind sehr typisch und aussagekräftig. Aber es ist möglich, daß es sich hierbei auch um eine andere Krankheit handelt, die ein nur ganz ähnliches Bild zeigt. Also erstmal vom Tierarzt abklären lassen!

Wenn es nun eine Epilepsie ist:

Je nach Häufigkeit des Auftretens und länge des Anfalls muß behandelt werden. Behandeln heißt leider nicht heilen. Und der Einsatz der Medikamente mindert nur die Symptome, sodaß diese günstigstenfalls über Jahre zunächst verschwunden sind.

Die Behandlung besteht aus täglicher Medikamentengabe. Therapiebeginn sollte sein, wenn das Anfallsleiden zu lange währt oder die Anfälle in zu kurzen Abständen wiederkommen.

Eigene Empfehlung des Autors: 1 x / Monat bzw länger als 4 bsi 5 Minuten.


Medikamente in der Reihenfolge "meiner" Empfehlung:


1.) Wirkstoff: Imepitoin

Handelsname: Pexion (Boehringer Ingelheim)

Dosis Initial 2x täglich 10mg/kg

Dosiserhöhung möglich bis 2x täglich 30mg/kg nach Rücksprache mit Ihrem Tierarzt!

Handelsgrößem 100mg und 400mg Tabletten (hälftig teilbar)

Vorteile: Gute Verträglichkeit im Vergleich zum Phenobarbital, keine Abhängigkeit, neu.

 

2:) Wirkstoff: Phenobarbital

Handelsname: Luminal Vet bzw Luminaletten Vet

täglich, vorzugsweise abends weil anfänglich etwas zentral dämpfend (zu gut Deutsch der Hund kann nach Eingabe der Tabletten erstmal etwas müde sein), kann anfänglich auch 2 x tgl gegeben werden.

Dosis 1 x tgl 5-6mg/kg/Tag oder 2 x tgl 2,5-3mg/kg/Tag

Vorteil: altbewährt, Erhöhung möglich durch Blutkontrolle von Phenobarbital im Serum

Empfehlung hierzu: Wirkspiegelkontrolle des Phenobarbitalspiegels im Blut nach 2 Wochen und bei passendem Wert ( 15-30ug ohne Anfall) Kontrolle alle 3 Monate.

Wenn zu wenig und Anfälle: erhöhen.

 

3.) Wirkstoff: Kaliumbromid

Handelsname Dibro BE

vorzugsweise wenn 2.) nicht mehr ausreicht

ergänzend zu 2.)

Dosis 2xtgl 20mg/kg/Tag

 

4.) stärkere Sedativa wie z.B. Diazepam (Valium) als Rektaltuben (Tabletten Eingabe beim krampfenden Hund schwer möglich...)

Keine sinnvolle Alternative zu 1.) und 2.) bzw 2.)+3.) weil Wirkungseintritt erst nach 15 bis 20 Minuten. Und wenn ein Hund so lange krampft ist ein Tierarztbesuch unausweichlich.

Es stellt sich also die Frage, ob das Verabreichen einer Rektaltube Diazepam nicht mehr eine psychologische Wirkung auf den Tierhalter ausübt (damit man bei diesem Geschehen nicht nur hilflos danebensteht). Sicherlich dämpft es nach Wirkungseintritt und vermindert das Risiko eines Rückfalles innerhalb der nächsten Stunden. Wenn ein Hund aber schon so weit ist, daß dies zu befürchten ist, dann ist das krankheitsgeschehen weit fortgeschritten.

Zusammenfassend zu 4.) Valium/Diazepam in Absprache mit dem behandelnden Tierarzt

 

5.) starke Sedativa und Antikonvulsiva mit erheblichen zentral dämpfenden Wirkungen

nur durch den Tierarzt zu verabreichen

nur wenn 1.) bis 4.) versagen

häufig letztes Mittel vor der Euthanasie

 

 

das Endstadium einer Epilepsie bedeutet leider die


Euthanasie ?!

als letzte Maßnahme wenn 1.) bis 5.) versagen und der Hund aus dem Anfallsleiden nicht mehr herauskommt.